Fettstoffwechselstörungen (Hyperlipoproteinämie): Cholesterinarme Ernährung
Manch einen packt beim Frühstück schon das schlechte Gewissen, wenn er nur ein Ei mehr isst – enthält es nicht viel zu viel Cholesterin? Warum aber sollten wir unseren Cholesterinkonsum einschränken? Wie viel Cholesterin sollten wir höchstens zu uns nehmen?
Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustein unseres Lebens. Wir brauchen es zum Aufbau von Zellen, Hormonen, Vitamin D und Gallensäuren. Unser Körper bildet den größten Anteil, rund zwei Drittel, des benötigten Cholesterins selbst. Das übrige Cholesterin nehmen wir mit der Nahrung und durch die Wiederaufnahme der Gallensäuren im Darm auf. Unter gewissen Umständen kann jedoch überschüssiges Cholesterin zur Entstehung von Arteriosklerose beitragen. Meistens liegt ein genetischer Defekt vor, der dieser Fettstoffwechselstörung zugrunde liegt. Nehmen wir in diesem Fall mit der Nahrung mehr als 300 mg Cholesterin pro Tag zu uns, wird Cholesterin in den Arterienwänden abgelagert und führt dort zu Entzündungsprozessen und letztlich zur
Arteriosklerose, auch Arterienverkalkung genannt.
Cholesterin kommt im Körper in verschiedenen
Formen vor: Die schädlichen Formen, VLDL- und LDL- Cholesterin, und das gute Cholesterin, HDL-Cholesterin. Das gute HDL-Cholesterin sollte möglichst hoch sein und mindestens 50 bis 60 mg/dl betragen. Es entfernt überschüssiges LDL-Cholesterin aus dem Blut und wirkt so der Arteriosklerose entgegen.
Tierische Nahrungsmittel enthalten Cholesterin, Pflanzen enthalten Phytosterine
Cholesterin ist nur in tierischen Nahrungsmitteln zu finden. Pflanzen enthalten verwandte wachsartige Stoffe, die so genannten
Phytosterine. Ein Cholesterinspiegel über 190 mg/dl im Blut führt auf Dauer zu Arteriosklerose, die den meisten
Herz-Kreislauf-Krankheiten zu Grunde liegt. Je nach individueller Situation ist diese Grenze aber auch niedriger: Je mehr weitere Arteriosklerose-Risikofaktoren – etwa erhöhte
Blutzuckerwerte – vorhanden sind, umso niedriger sollte der Cholesterinspiegel sein.
Gut für den Cholesterinspiegel: wenig tierische Fette
Ernährungsexperten sind sich einig: Die Deutschen essen zu fett. Höchstens 70 bis 80 Gramm Fett pro Tag gilt als Faustregel – unabhängig davon, ob jemand unter erhöhtem Cholesterin beziehungsweise einer Fettstoffwechselstörung leidet oder nicht. Von diesem Fett wiederum sollten maximal 20 Prozent aus
gesättigten und möglichst 60 Prozent aus
einfach ungesättigten sowie 20 Prozent aus
mehrfach ungesättigten Fettsäuren bestehen. Denn gesättigte Fettsäuren werden in der Leber leichter zu Cholesterin umgebaut als ungesättigte Fettsäuren. Das bedeutet: Mit 20 Gramm Butter und Käse oder Wurst zum Frühstück ist der Bedarf an gesättigten Fettsäuren bereits gedeckt. Wer am Abend ein Steak essen möchte, greift deshalb beim Frühstück am besten zu Müsli oder zu Vollkornbrot mit Magerquark und wenig süßer Marmelade.
Um den Cholesterinspiegel in Schach zu halten, sollten Sie folgendes beachten:
- höchstens zwei- bis dreimal in der Woche Fleisch oder Wurst essen: Allein durch Weglassen von Fleisch und Fleischprodukten lässt sich die tägliche Zufuhr an Cholesterin oftmals auf unter 300 Milligramm/Tag senken.
- statt Butter und Schmand Frischkäse oder Quark aufs Brot streichen und diese beim Kochen so oft wie möglich durch Pflanzenöle ersetzen: Dadurch sinken das gefäßschädigende LDL-Cholesterin und die Triglyzerid-Werte.
- weniger Käse essen: Das Käsebrötchen können Sie gegen Vollkornbrot mit Quark und Honig oder Marmelade austauschen.
- ein paar Mal pro Woche Haferflocken oder Müsli mit frischem Obst und ein paar Nüssen zum Frühstück essen.
- ballaststoffreiche Nahrungsmittel, also vor allem Gemüse und Vollkornprodukte, essen - das verzögert die Aufnahme von Cholesterin und Fetten aus dem Darm ins Blut. Und: Sie fühlen sich länger gesättigt.
Autoren und Quellen
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Autor/in: Dr. Maria Beate Effertz, Ärztin, Charit - Universitätsmedizin Berlin
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Quellen: Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Lipide?, Anja Vogt, Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Pharm. Unserer Zeit, 2003.(6), Wiley-VCH Verlag, Weinheim
- Lipidambulanz im Interdisziplinären Stoffwechselzentrum der Charite, Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen Thiessen, http://lipidambulanz.charite.de
- Gerd Herold, Lehrbuch der Inneren Medizin, 2005, Kapitel: Stoffwechselstörungen
- P. Schwandt, W. Richter, K. Pahofer, Handbuch der Fettstoffwechselstörungen, Schattauer Verlag, 2000
- European Guidelines on CVD prevention, Third Joint European Societies Tasks Force on CVD Prevention in Clinical Practice, European Heart Journal (2003)24, 1601-1610
- Werner O. Richter, Taschenbuch der Fettstoffwechselstörungen, Praktische Tipps und Therapie, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2004
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Aktualisiert am: 02.02.2011
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