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Therapie bei Hautwunden: Die richtige Wundversorgung



Oberflächliche Schürfwunden und kleine Risse können unter fließendem, kaltem Wasser von Schmutz befreit werden. Zum anschließenden Desinfizieren gibt es Lösungen, Sprays, Salben oder Gele.

Bei tieferen Wunden sollten Sie nur die Wundränder mit einem sterilen Tuch (Verbandskasten/Hausapotheke) und einem Desinfektionsmittel säubern. Wenn dies nicht zur Verfügung steht (beispielsweise unterwegs), können Sie auch ein sauberes, fusselfreies Baumwolltuch anwenden. Wichtig ist, dass Sie das Wundzentrum nicht berühren. Schnittwunden, die mehr als einen Zentimeter lang sind, sollten beim Arzt genäht oder geklammert werden.

Kleine Splitter können Sie vorsichtig mit einer spitzen Pinzette entfernen. Danach die Stichwunde gleich desinfizieren. Verletzungen, bei denen Fremdkörper in die Haut eindringen, sind besonders infektionsgefährdet. Bei stark verschmutzten Gegenständen wie rostigen Nägeln sollte ein Arzt den Fremdkörper entfernen. Das Gleiche gilt, wenn der Fremdkörper tief in das Körpergewebe eingedrungen ist.

Meistens bildet sich bei blutenden Hautwunden innerhalb von wenigen Minuten ein Wundschorf. Dieser ist eine Art natürliches Pflaster. Der Wundschorf schützt die Wunde gegen das Eindringen von Bakterien, weitere Blutverluste und das Austrocknen. Wundschorf darf nicht vorzeitig entfernt werden. Mit zunehmendem Heilungsprozess fällt er von alleine ab.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Zubereitungen, die die Wundheilung fördern, oder Desinfektionsmittel werden im Allgemeinen gut vertragen. Jodhaltige Medikamente können allerdings bei gleichzeitiger Anwendung von silberhaltigen Desinfektionsmitteln oder enzymhaltigen Wundbehandlungsmitteln deren Wirkung herabsetzen. Es kann auch in Verbindung mit Wasserstoffperoxid (Desinfiziens) oder Taurolidin (Chemotherapeutikum) zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestehender Überfunktion der Schilddrüse eignen sich jodhaltige Mittel nicht zur Desinfektion, weil Jod die Schilddrüsentätigkeit verstärken kann. Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • die Wunde infiziert ist
  • die Wunde stark verschmutzt ist
  • die Wunde groß beziehungsweise tief ist und/oder stark blutet
  • die Schnittwunde länger als einen Zentimeter ist
  • größere Verletzungen im Gesicht vorhanden sind
  • Augen oder Schleimhäute behandelt werden müssen
  • Fremdkörper tief in die Haut eingedrungen sind
  • wenn Ihr Tetanusschutz abgelaufen ist
  • ein roter Streifen von der Wunde Richtung Herz sichtbar wird (Anzeichen einer Blutvergiftung).

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