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Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom)



Wie in jedem Organ des Körpers können sich auch in der Schilddrüse bösartige Tumoren bilden. Jedoch betreffen nur etwa ein Prozent aller Karzinome die Schilddrüse. In den meisten Fällen geht die Tumorentwicklung von den Schilddrüsenzellen (Thyreozyten) aus. Seltener sind Geschwüre, die ihren Ursprung in den C-Zellen haben, welche sich im Schilddrüsengewebe verstreut befinden. Man unterscheidet mehrere Typen des Schilddrüsenkarzinoms, die anhand ihres Ursprungs, ihrer Gewebestruktur und der Art der Metastasenbildung eingeteilt werden.

Entstehung eines Schilddrüsenkarzinoms

Zu den Ursachen von Schilddrüsenkrebs gehört vor allem Jodmangel, aber auch radioaktive Strahlung. Bei Personen, die unter Jodmangel leiden, kann sich die Schilddrüse vergrößern, es bildet sich ein Kropf, auch Struma genannt. Wenn in manchen Gewebeanteilen einer vergrößerten Schilddrüse keine Hormonproduktion mehr stattfindet, wird das als „kalter Knoten“ bezeichnet. In seltenen Fällen in einem solchen Gewebebereich eine krebsartige Veränderung entdeckt.

Neben den typischen Symptomen eines Kropfes, wie Schluckstörungen, Heiserkeit und ein Druckgefühl an der entsprechenden Stelle, kann ein Schilddrüsenkarzinom durch eine tastbare Knotenbildung im Bereich der Schilddrüse auffallen. Häufig treten jedoch lange Zeit keine Symptome auf.

Diagnosestellung

Besteht ein Verdacht auf eine Erkrankung der Schilddrüse, versucht der behandelnde Arzt zunächst im Patientengespräch, der Anamnese, weitere Symptome abzuklären.

Da sich eine gestörte Schilddrüse häufig auf das gesamte Organsystem auswirkt, schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Dazu tastet der Arzt die Schilddrüse ab, inspiziert Haut, Augen und Muskulatur und prüft Herz- und Nervenfunktion.

Zur Basisuntersuchung bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung gehören noch eine Begutachtung des Halses mittels Ultraschall (Sonografie) und eine Blutprobe fürs Labor, die auf eventuelle Tumormarker untersucht wird. Bei Verdacht auf Schilddrüsenkrebs wird häufig eine Szintigrafie, in jedem Fall aber eine Schilddrüsenpunktion durchgeführt. Bei letzterer wird das entnommene Schilddrüsengewebe auf Krebszellen hin untersucht.

Therapie: Operation meist unumgänglich

Wurde an der Schilddrüse ein bösartiges Karzinom diagnostiziert, ist ein operativer Eingriff meistens unumgänglich. In der Regel wird dann die gesamte Schilddrüse entfernt. Zusätzlich werden nahe liegende Lymphknoten mit herausgenommen. Sie werden anschließend daraufhin untersucht, ob sich der Krebs bereits ins Lymphsystem ausgebreitet hat.

In den meisten Fällen muss nach der Operation zusätzlich eine Radiojodtherapie erfolgen, um letzte im Körper verbliebene Zellen der Schilddrüse zu zerstören.

Nach der Entfernung der gesamten Schilddrüse hat der Körper seine Fähigkeit verloren, T3 und T4 herzustellen. Dieser Hormonmangel muss dann ein Leben lang durch Medikamente ausgeglichen werden. Außerdem können auch die Nebenschilddrüsen in Mitleidenschaft gezogen werden. Das führt zu einer Störung des Kalziumstoffwechsels, die dann medikamentös behandelt werden muss.

Ausführliche Informationen zur Radiojodtherapie finden Sie hier.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung vieler Schilddrüsenerkrankungen – vor allem des Jodmangelkropfs, der ein Karzinom verursachen kann – ist eine ausreichende Jodzufuhr wichtig. Dazu reicht eine entsprechende Ernährung jedoch noch nicht aus: Um den Jodbedarf überhaupt decken zu können, ist der Einsatz von jodiertem Speisesalz und Tierfutter nötig. In Schwangerschaft und Stillzeit wird wegen des erhöhten Jodbedarfs die Einnahme von Jodtabletten empfohlen.

Die Gesellschaft für Ernährung e.V. gibt Empfehlungen für die benötigten Tagesmengen an Jod heraus. Für Erwachsene beträgt sie beispielsweise 180 bis 200 µg. Um den Bedarf teilweise über die Ernährung decken zu können, ist es hilfreich, den Jodgehalt verschiedener Lebensmittel zu kennen. Nur so kann der Betroffene seine Ernährung auf eine optimale Jodversorgung ausrichten.

Patienten mit einer Schilddrüsenerkrankung benötigen außerdem oft Hilfe und Informationen. Bei auf Schilddrüsenerkrankungen spezialisierten Ansprechpartnern können Sie sich umfassend über die Krankheiten und ihre Folgen beraten lassen.
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