Alle Jahre wieder: Wie wir unseren Körper an die Zeitumstellung anpassen
Von Sommerzeit auf Winterzeit und wieder zurück: jedes Jahr stellen wir die Uhr im Frühjahr eine Stunde vor und im Herbst zurück. Schon lange ist umstritten, wie sinnvoll diese Maßnahme ist, da sie bei vielen Personen gesundheitliche Konsequenzen wie etwa Schlafbeschwerden verursachen kann. Die Zeitumstellung kann unsere sogenannte innere Uhr also ganz schön durcheinanderbringen – mit einigen Tipps und Tricks lassen sich die Effekte jedoch ein wenig besser verkraften.
Wer hat an der Uhr gedreht?
Bald ist es wieder so weit: Am 29. März endet die Winterzeit und unsere Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt – und zwar eine Stunde nach vorne, um 2 Uhr auf 3 Uhr. Die Nacht ist demnach eine Stunde kürzer, also ist es am Morgen länger dunkel, aber am Abend dementsprechend länger hell. Ein ähnliches Prozedere gibt es dann nochmals im Herbst, wenn wieder auf die Winterzeit zurückgestellt wird. Und zwar am letzten Sonntag im Oktober von um 3 Uhr auf 2 Uhr. Was daran positiv ist: Wir können eine Stunde länger schlafen. Allerdings wird es ab dieser Zeit dann abends früher dunkel.
Aber warum gibt es die Zeitumstellung überhaupt? Eingeführt wurde die Sommerzeit in den 1980er Jahren auf EU-Ebene. Der Beschluss, zweimal im Jahr an der Uhr zu drehen, kam unter anderem mit einem konkreten Ziel: Energie sparen! Man wollte die Zeitspanne mit Tageslicht verlängern, laut Umweltbundesamt wird durch diese Umstellung aber nicht weniger Energie verbraucht.
Betrachtet man diesen Beschluss genauer, ergeben sich gleichzeitig ein geringerer und ein höherer Verbrauch:
- In der Sommerzeit können wir das Tageslicht besser ausnutzen und sparen damit bei den Stromkosten, da wir weniger Energie für die Beleuchtung in den Abendstunden benötigen.
- Hingegen produzieren wir in der Winterzeit einen Mehrverbrauch an Heizenergie, da wir eine Stunde früher in den kühlen Morgenstunden wach sind.
Neben dem Aspekt der Energieeinsparung spielen aber auch mögliche Konsequenzen für unsere Gesundheit eine Rolle. Im Rahmen der sogenannten Chronobiologie geht man davon aus, dass wir Menschen eine innere Uhr haben, die
- unseren Organismus und
- chemische Prozesse in den Zellen
beeinflusst.
Dabei folgen wir dem sogenannten zirkadianen Rhythmus, der unter anderem auch unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Wir orientieren uns weniger an der Uhrzeit als am Tageslicht und passen unseren Rhythmus daran an.
Wird die Uhr nun zurück- oder vorgestellt, gerät die innere Uhr bei manchen Menschen aus dem Gleichgewicht, und das kann gesundheitliche Probleme zur Folge haben.
Auswirkungen machen sich manchmal
- im Herz-Kreislauf-System oder
- im Stoffwechsel
bemerkbar.
Sehr "unbeliebt" ist vor allem die Umstellung im Frühjahr auf die Sommerzeit. Noch bevor die Uhr umgestellt wird, beginnt bereits langsam die Morgendämmerung und es gibt Tageslicht am Morgen. Man steht nach der Zeitumstellung nun erst wieder im Dunkeln auf.
Folgende Symptome und Beschwerden wurden von Betroffenen geäußert:
- Müdigkeit,
- Konzentrationsprobleme,
- Antriebslosigkeit,
- Schlappheit,
- Einschlafprobleme,
- Schlafstörungen,
- Gereiztheit,
- depressive Verstimmungen.
Besonders bei Kindern machen sich die Auswirkungen manchmal intensiv bemerkbar, da sie ihre innere Uhr deutlich schlechter anpassen können als Erwachsene.
Tipps, um den Körper besser an die Zeitumstellung zu gewöhnen
Erst zu Bett gehen, wenn man wirklich müde ist:
Manchmal wird zwar vorgeschlagen, dass es bei der Zeitumstellung im Frühjahr helfen könnte, eine Stunde früher schlafen zu gehen, damit das potenzielle Schlafdefizit am nächsten Morgen etwas geringer ausfällt, jedoch funktioniert das nicht so richtig, da man tiefen Schlaf nicht erzwingen kann. Es spricht aber auch nichts dagegen, es auszuprobieren.
Auf eine schlaffreundliche Umgebung achten:
Ein kühles, angenehmes Raumklima und ein richtig abgedunkelter Schlafraum können dabei helfen, gut einzuschlafen.
Entspannungstechniken ausprobieren:
Autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelrelaxation können bei Einschlafproblemen eine wirksame Hilfe sein.
Licht am Morgen:
Möchte man die innere Uhr nach vorne stellen, sollte man morgens viel Licht bekommen. Es lohnt sich also morgens früh nach draußen zu gehen und Licht zu tanken. Eine gute Alternative können auch Tageslichtlampen sein. Im Herbst ist es dann genau umgekehrt, hier sollte man darauf achten, am Abend mehr Licht zu bekommen.
Ernährungsrhythmus anpassen:
In den ersten Tagen nach der Mahlzeit kann es helfen, abends nur leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen und auf Alkohol, Kaffee oder Tee bis zu drei Stunden vor dem Schlafengehen zu verzichten.
Spüren Sie die Zeitumstellung besonders stark? Kommen Sie gerne zu uns in die Apotheke – wir beraten und informieren Sie gerne.




