Heizungsluft im Winter: Schutz der Schleimhäute vor dem Austrocknen

Wenn im Winter die Temperaturen sinken, wird in Innenräumen die Heizung aufgedreht. Das bringt nicht nur wohlige Wärme und Gemütlichkeit, sondern auch trockene Luft. Bei vielen Menschen äußert sich das durch brennende Augen und trockene, juckende Schleimhäute. Sind diese durchgehend ausgetrocknet, kann das Risiko für Erkältungen und Atemwegsinfekte steigen. Wichtig ist daher, in Innenräumen für ein angenehmes Raumklima zu sorgen, um die Schleimhäute in der kalten Jahreszeit gesund zu halten.
Warum trocknen die Schleimhäute im Winter besonders schnell aus?
Der Winter bringt nicht nur Kälte, sondern auch trockene Luft – sowohl draußen als auch in beheizten Innenräumen. Für unsere Schleimhäute ist viel Feuchtigkeit jedoch wichtig, um ihre Funktionen erfüllen zu können.
Vor allem die trockene Heizungsluft kann negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben:
- Brennende, juckende Augen: Durch die Trockenheit drinnen und draußen werden auch unsere Augen in Mitleidenschaft gezogen. Entzündungen der Horn- und Bindehaut können die Folge sein.
- Ausgetrocknete Schleimhäute: Viren und Bakterien, die sich in unserer Nase und im Rachen ansammeln, werden durch die sogenannten Flimmerhärchen wieder nach draußen abtransportiert. Trocknen die Schleimhäute aus, funktioniert dieses Prinzip nicht mehr einwandfrei und Krankheitserreger können sich ungehindert ausbreiten. Dadurch steigt das Risiko für Erkältungen und Infekte erheblich an. Außerdem wird die Selbstreinigungsfunktion der Nase beeinträchtigt.
- Juckende und gerötete Hautstellen: Trockene Luft kann sich auch auf unserer Haut bemerkbar machen. Vor allem im Gesicht entstehen gerötete Stellen, die jucken können.
Abgesehen von den negativen Folgen auf unsere Schleimhäute, kann die trockene Luft in Innenräumen die Verbreitung von Krankheitserregern begünstigen. Durch die niedrige Luftfeuchtigkeit können sich Viren und Bakterien besser verteilen, da die winzigen Tröpfchen (Aerosole) nicht so leicht zu Boden fallen und eher eingeatmet werden.
Umso wichtiger ist es, im Winter für ein gutes Raumklima mit frischer Luft zu sorgen. Einen großen Einfluss darauf haben
- die Luftfeuchtigkeit und
- der Sauerstoffgehalt.
Die Luftfeuchtigkeit ist im Winter besonders niedrig, da kalte Luft generell weniger Feuchtigkeit annehmen kann. Das bedeutet: Wenn wir lüften, bringen wir zwar frische Luft rein, jedoch nur kalte und feuchtigkeitsarme Außenluft. Die Luft im Innenraum bleibt daher trotzdem großteils trocken.
Der Sauerstoffgehalt sinkt mit jedem getätigten Atemzug und der Anteil an Kohlendioxid steigt. Das ist nicht gefährlich, jedoch empfinden wir die Luft in Innenräumen schnell als stickig. Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten können die Folge sein und besonders die produktive Arbeit in Innenräumen beeinträchtigen. Lüften (besonders Stoßlüften) ist daher sehr wichtig, jedoch sollte im Winter die Luftfeuchtigkeit zusätzlich künstlich erhöht werden.
Tipps für gesunde Schleimhäute im Winter
Auch wenn es im ersten Moment naheliegend scheint, die Heizung stark zurückzudrehen oder nur bei Bedarf zu heizen – das ist nicht die Lösung. Ist es in im Winter in Innenräumen großteils eher kühl, kann das zur Bildung von Schimmelpilzen führen.
Folgende Tipps können dabei helfen, den Feuchtigkeitsgehalt im Inneren zu erhöhen:
- Wasserschalen: Für mehr Feuchtigkeit kann eine kleine Schüssel Wasser sorgen, die man auf den Heizkörper stellt. Gegebenenfalls kann man auch noch ein feuchtes Handtuch darüberlegen oder dieses im Raum aufhängen. Der entstehende Dampf kann die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen. Wichtig: Wasserschalen können zu Bakterienbecken werden. Daher ist es sehr wichtig, das Wasser und die Handtücher täglich auszutauschen.
- Nasenduschen und Nasensprays: Bei richtiger Anwendung können Nasenduschen oder Sprays mit speziellen Salzlösungen einen positiven Effekt auf trockene Nasenschleimhäute haben. Wichtig: Lassen Sie sich diesbezüglich unbedingt in der Apotheke beraten. Besonders bei Produkten mit abschwellender Wirkung ist Vorsicht geboten.
- Ausreichend Flüssigkeit: Trinken ist grundsätzlich wichtig für unsere Gesundheit. Im Winter sollte besonders darauf geachtet werden, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, da es helfen kann, die Schleimhäute von innen zu befeuchten und so vor Austrocknung zu schützen. Besonders geeignet sind ungesüßte Tees, Wasser oder Säfte mit wenig Zucker.
- Spaziergänge an der frischen Luft: Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung der Nasenschleimhäute und kann die natürliche Feuchtigkeitsversorgung unterstützen.
- Zimmerpflanzen: Sie können die Luftfeuchtigkeit erhöhen, da das Gießwasser über die Blätter verdunstet wird.
Hinweis: Kritisch sehen Experten Geräte, die Wasser vernebeln und dabei Aerosole erzeugen, da diese die Bakterienkonzentration in der Luft erheblich erhöhen können. Lassen Sie sich diesbezüglich fachmännisch beraten!
Um die Augen vor großer Austrocknung durch die Heizungsluft zu schützen, können Augentropfen zur Befeuchtung verwendet werden. Auch auf die Haut darf nicht vergessen werden! Damit es nicht zu trockenen Stellen und Juckreiz kommt, ist es sinnvoll, besonders im Winter Pflegeprodukte mit einem erhöhten Fettanteil zu verwenden.
Möchten Sie noch mehr darüber erfahren, wie Sie Ihre Schleimhäute im Winter vor dem Austrocknen schützen können? Kommen Sie einfach zu uns in die Apotheke – wir beraten Sie gern.








