zum Inhalt springen

Reizdarm – die Behandlung ist immer individuell

Frau hält sich den Bauch
© Srdjan AdobeStock 1243352926

Ein paar Verdauungsbeschwerden hat vermutlich jeder hin und wieder. Mal ein Völlegefühl nach zu deftigem Essen oder auch Verstopfung, wenn der Stresspegel zu hoch ist. Treten solche Probleme nur gelegentlich und vereinzelt auf, kann man meistens mit Hausmitteln Abhilfe schaffen und schnell ist wieder alles in Ordnung. Anders sieht es aus, wenn es über längere Zeit regelmäßig zu denselben oder auch verschiedenen Beschwerden kommt. Dann ist es in jedem Fall sinnvoll, den Arzt aufzusuchen. Eine Ursache, die dahinterstecken könnte, ist das Reizdarmsyndrom.

Reizdarm – was ist das eigentlich?

Einer der Gründe, warum das Reizdarmsyndrom vergleichsweise schwer zu diagnostizieren ist, ist, dass die Beschwerden diffus ausfallen können. Grundsätzlich handelt es sich um eine Gruppe von Störungen der normalen Darmfunktion, die sich meistens im Alter zwischen 20 und 30 zum ersten Mal zeigt und Frauen öfter betrifft als Männer. Zu den häufigen Symptomen zählen:

  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Beschwerden im Bauchraum wie Schmerzen oder Unwohlsein
  • Blähungen

Das Reizdarmsyndrom wird in verschiedene Gruppen eingeteilt, je nachdem, welche Beschwerden überwiegend auftreten: Beim obstipations-prädominanten Reizdarmsyndrom ist das beispielsweise die Verstopfung. Möglich ist aber auch, dass sich die Beschwerden im Laufe der Zeit ändern, die Betroffenen also mal unter Durchfall und mal unter Verstopfung leiden.

Allgemein wird eher ungern über die Darmentleerung gesprochen und es ist verständlich, dass es schwerfallen kann, solche Probleme beim Arzt zu äußern. Um eine Diagnose zu erhalten, die den Leidensdruck nehmen oder zumindest stark senken kann, ist der Gang zum Arzt jedoch unerlässlich. Selbst dann braucht man häufig noch etwas Durchhaltevermögen, bis die Diagnose Reizdarm wirklich feststeht.

Oft ein langer Weg zur Diagnose

Das Reizdarmsyndrom ist zunächst einmal eine real existierende Erkrankung und keine Einbildung der Betroffenen. Es lässt sich jedoch nicht mit einer bestimmten Untersuchung oder einem speziellen Test nachweisen, sondern in der Hauptsache durch Ausschluss aller anderen Ursachen. Zudem spielt Stress tatsächlich auch bei Reizdarm eine Rolle. Reagiert der Magen also besonders unter Stress, ist das noch kein klares Anzeichen für ein Reizdarmsyndrom, bedeutet umgekehrt jedoch auch nicht, dass die Verdauungsbeschwerden eine rein psychische Ursache haben. Da es entsprechend umfangreiche Untersuchungen braucht, um ein Reizdarmsyndrom sicher festzustellen und tatsächlich viele andere Ursachen für die Beschwerden infrage kommen, werden auch diese im Laufe der Zeit im Raum stehen. Dementsprechend kann es bis zur endgültigen Diagnose eine Weile dauern.

Die Erkrankung kann grundsätzlich zu Beeinträchtigungen im Alltag oder Leidensdruck bei den Betroffenen führen, der sich durch eine längere Wartezeit noch verstärken kann. Hilfreich für die Diagnose kann beispielsweise ein Tagebuch sein, indem man Symptome, Zeitpunkt und Umstände wie die Ernährung oder besonders großen Stress festhält.

Ist erst einmal festgestellt, dass das Reizdarmsyndrom vorliegt, kann das zunächst Erleichterung bringen. Es gibt jedoch nach wie vor keine Behandlung, mit der die Ursache angegangen werden kann, da eine bestimmte Ursache aktuell noch nicht festgestellt wurde. Jede Behandlung muss sich nach dem individuellen Fall richten und besteht aus verschiedenen Bestandteilen.

Die wichtigsten Faktoren der Behandlung

Zunächst einmal gibt es Maßnahmen, die vor allem auf den Lebensstil der Betroffenen abzielen. Hier kann man zum Beispiel über die Ernährung einiges tun, um die Symptome bestenfalls zu lindern:

  • leicht verdauliche Lebensmittel wie Reis, gedünstetes Gemüse und Geflügel
  • Ballaststoffe bei Verstopfung, z.B. Flohsamenschalen
  • viel trinken
  • zum Essen Zeit lassen und die Nahrung gut kauen
  • Vermeiden von scharfen Gewürzen und blähenden Lebensmitteln

Im Detail bespricht man die Ernährung aber am besten mit dem Arzt, denn auch hier ist jeder Fall etwas anders. Auch Bewegung und Entspannung können wichtige Faktoren sein. Genug zu schlafen hilft dem Körper ebenfalls, sich nachts zu regenerieren und den Stresspegel zu senken, außerdem sollte man Alkohol und Nikotin meiden.

Wichtig ist außerdem die Linderung der Symptome, zum Beispiel durch Medikamente gegen Durchfall oder Verstopfung. Ändern sich die Symptome im Laufe der Zeit, wird auch die medikamentöse Behandlung angepasst. Wichtig ist es deswegen, immer auf dem aktuellen Stand zu sein und bei Bedarf Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Ein weiterer Faktor kann die psychologische Unterstützung der Betroffenen sein, da Reizdarm auch seelisch belastend sein kann.

Möchten Sie noch mehr darüber erfahren? Kommen Sie einfach zu uns in die Apotheke – wir beraten Sie gern.

nach oben