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Trockene Haut im Winter: Pflegetipps für eine gesunde Hautbarriere

Mann cremt sich das Gesicht ein

© fizkes AdobeStock 441702736

Der Winter setzt unserer Haut besonders zu. Die kalte Luft draußen und die trockene Heizungsluft drinnen strapazieren die Hautbarriere. Trockenheit, Juckreiz und Spannungsgefühle sind eine unmittelbare Folge. Damit Ihre Haut auch in den kalten Monaten strahlt, hier einige praktische Tipps zur optimalen Pflege.

Warum wird die Haut im Winter trocken?

Trockene Haut im Winter resultiert aus einer geschwächten Hautbarriere, die bedingt durch Einflüsse wie kalte Temperaturen und trockene Heizungsluft ist. Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, um die Körperwärme aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig produzieren die Talgdrüsen weniger Fett, das die Haut vor Feuchtigkeitsverlust schützt. Das Ergebnis: Die Haut trocknet aus, wird empfindlich und neigt zu Rötungen. Zusätzlich verstärkt trockene Heizungsluft diesen Effekt und entzieht der Haut zusätzliche Feuchtigkeit.

Hautstruktur und Pflege

Unsere Haut besteht aus mehrschichtigen Plattenepithel. Die äußerste Hautschicht, die Epidermis oder Oberschicht, bildet die oberste Schutzbarriere, die die Haut vor äußeren Einflüssen wie Kälte, Wind und Umweltverschmutzung schützt. Darunter liegt die Lederhaut mit Nerven, Hautdrüsen und Blutgefäßen, gefolgt von der Unterhaut aus Fett- und Bindegewebe.

Die Talgdrüsen in der Lederhaut sind für die Produktion des Säureschutzmantels verantwortlich, der die Haut vor Feuchtigkeitsverlust und äußeren Schäden bewahrt. Ein Mangel an Talgproduktion kann zu trockener und rissiger Haut führen, besonders im Alter. Insbesondere im Winter bedarf die Haut einer intensiven Pflege, um die natürliche Schutzbarriere zu stärken und einer Austrocknung entgegenzuwirken.

Tipps zur Hautpflege im Winter

Eine trockene Winterhaut neigt zu Juckreiz, Schuppenbildung und Spannungsgefühlen. In den meisten Fällen lässt sich die Trockenheit aber durch die richtige Pflege und Aufmerksamkeit effektiv behandeln.

Im Winter darf die Creme etwas reichhaltiger sein

Feuchtigkeitsspendende Cremes mit einem höheren Fettanteil eignen sich besonders gut für die winterliche Pflege. Präparate mit drei bis zwölf Prozent Harnstoff (Urea) versorgen die Haut effektiv mit Feuchtigkeit und binden diese nachhaltig. Bei empfindlichen Hauttypen ist darauf zu achten, dass Pflegeprodukte möglichst wenige Inhaltsstoffe und keine reizenden Zusätze enthalten. Handelsübliche Produkte mit Mineralölen zum Beispiel können die Haut langfristig austrocknen. Bei hartnäckiger Hauttrockenheit kann auch der Einsatz einer Basiscreme aus der Apotheke erwogen werden, die frei von allergenen Stoffen ist.

Gesunde Haut braucht eine ausgewogene Ernährung

Gesunde Haut strahlt, weil sie reichlich mit essentiellen Nährstoffen versorgt ist. Vitamine und Mineralstoffe, die für die Herz-Kreislauf-Gesundheit förderlich sind, tragen auch zur optimalen Versorgung der Haut bei. Daher ist es ratsam, eine Ernährung mit einem ausgewogenen Nährstoffprofil beizubehalten, besonders in den herausfordernden Wintermonaten. Mohrrüben, Tomaten und die Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Omega-3 wirken sich positiv auf die Hautgesundheit aus. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern Wasser oder ungesüßtem Tee pro Tag unterstützt die Haut von innen.

Lauwarmes Duschen ist ideal, aber Vorsicht beim Baden

Um trockene Haut zu schützen und bestenfalls vorzubeugen, empfiehlt es sich, milde, rückfettende Waschlotionen beim Duschen zu verwenden. Außerdem ist eine kurze Duschzeit mit lauwarmem Wasser ratsam, um die Haut nicht übermäßig zu strapazieren. Schaumbäder sind eher zu meiden. Ein gelegentliches Wohlfühlbad mit rückfettendem Öl ist akzeptabel, sollte aber höchstens 15 Minuten dauern. Obwohl Seife beim Händewaschen unverzichtbar ist, empfehlen Dermatologen, sie sparsam einzusetzen, da sie die natürliche Schutzschicht der Haut stören kann. Gummihandschuhe bieten zusätzlichen Schutz bei Handwäsche und Reinigungsarbeiten.

Auch die Kopfhaut benötigt im Winter eine besondere Pflege

Im Winter neigt auch die Kopfhaut vermehrt zu Trockenheit, da die kalte, trockene Luft die Feuchtigkeit der Haut entzieht. Wenn die Kopfhaut dehydriert ist, können die Haare spröde und kräuselig werden. Auch Schuppenbildung, Juckreiz und Haarausfall werden begünstigt. Regelmäßige Feuchtigkeitszufuhr durch pflegende Shampoos und Haarkuren sowie das Vermeiden von heißem Wasser und übermäßigem Waschen sind wichtige Maßnahmen, um die Kopfhaut zu schützen und Haarprobleme im Winter zu minimieren.

Die Lippen nicht vergessen

Oftmals werden die Lippen bei der Hautpflege vernachlässigt. Es ist jedoch wichtig, auch diesen sensiblen Bereich nicht zu übersehen und regelmäßig mit einem feuchtigkeitsspendenden Lippenpflegestift zu schützen. Optimale Lippenpflege setzt auf natürliche Inhaltsstoffe wie Pflanzenöle (Oliven-, Jojoba- oder Rizinusöl), Sheabutter oder Bienenwachs, und verzichtet auf Duftstoffe, Silikone, Parabene sowie chemische Filter.

Wann ist ärztlicher Rat sinnvoll?

Bei hartnäckigen Hautproblemen zum Beispiel Ekzemen, insbesondere wenn die Symptome im Winter nicht nachlassen, ist ein ärztlicher Rat ratsam. Offene Wunden, großflächige schuppende Haut oder anhaltender Juckreiz können auf ernste Hauterkrankungen hinweisen, wie etwa Neurodermitis, Psoriasis, Hautinfektionen oder Diabetes. Bei anhaltenden Beschwerden sollte daher ein Arzt konsultiert werden.

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